Eine einfache Mauerwerksgesims ohne Spezialsteine herstellen – Schritt für Schritt

Eine einfache Mauerwerksgesims ohne Spezialsteine herstellen – Schritt für Schritt

Eine Mauerwerksgesims ist nicht nur ein dekoratives Element – sie schützt auch die Fassade vor Regenwasser und verleiht dem Gebäude Charakter. Viele denken, dass man dafür spezielle Formsteine benötigt, doch mit gewöhnlichen Mauerziegeln lässt sich eine ansprechende und funktionale Gesims problemlos herstellen. In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen können – ob Sie selbst Hand anlegen oder die Arbeit besser verstehen möchten, wenn ein Maurer sie ausführt.
Was ist eine Mauerwerksgesims?
Eine Gesims ist ein vorspringender Abschluss einer Mauer, meist unter dem Dachüberstand oder als horizontales Band zwischen Geschossen. Sie leitet Regenwasser von der Fassade ab und schützt so das Mauerwerk vor Feuchtigkeit und Abplatzungen. Gleichzeitig sorgt sie für eine klare architektonische Gliederung – eine Art „Krone“ oder Abschluss, der die Fassade optisch abrundet.
Wenn Sie eine Gesims ohne Spezialsteine herstellen, geht es darum, normale Ziegel geschickt zu versetzen, sodass sie ein abgestuftes Vorspringen bilden.
Planung und Vorbereitung
Bevor Sie beginnen, sollten Sie Aussehen und Funktion sorgfältig planen.
- Position festlegen: Soll die Gesims unter dem Dach, über dem Sockel oder als Zierband in der Fassade verlaufen?
- Vorsprung bestimmen: Ein typischer Vorsprung beträgt 3–5 cm pro Schicht, abhängig vom Ziegelformat und der Wandstärke.
- Tragfähigkeit prüfen: Das darunterliegende Mauerwerk muss stabil genug sein, um das zusätzliche Gewicht zu tragen.
- Wasserableitung berücksichtigen: Eine leicht geneigte obere Schicht oder eine kleine Tropfkante verhindert, dass Wasser an der Wand hinabläuft.
Materialien und Werkzeuge
Für diese Arbeit benötigen Sie keine Spezialsteine – handelsübliche Materialien genügen:
- Normale Mauerziegel (am besten hart gebrannt und frostbeständig)
- Mauermörtel (auf die Saugfähigkeit der Ziegel abgestimmt)
- Maurerschnur und Wasserwaage
- Maurerkelle und Fugbrett
- Eventuell eine kleine Winkelschleifmaschine zum Anpassen einzelner Steine
- Pinsel und Wasser zum Anfeuchten der Ziegel
Schritt 1: Solide Basis schaffen
Die Gesims wird auf bestehendes Mauerwerk aufgesetzt. Achten Sie darauf, dass die oberste Steinreihe eben und sauber ist. Bei älteren Mauern sollten lose Fugen ausgebessert und Verschmutzungen entfernt werden.
Spannen Sie eine Maurerschnur als Orientierung für den ersten Versatz, damit der Vorsprung gleichmäßig verläuft.
Schritt 2: Erste vorspringende Schicht
Legen Sie die erste Reihe Ziegel mit einem Vorsprung von etwa 3–5 cm gegenüber der darunterliegenden Wand. Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage, dass die Reihe gerade liegt. Die Fugen müssen vollständig mit Mörtel gefüllt sein; überschüssiger Mörtel wird sofort entfernt. Eine stabile Lagerung ist entscheidend, damit die Gesims Wind und Wetter standhält.
Schritt 3: Weitere Schichten mit Versatz
Bauen Sie 2–3 weitere Schichten auf, wobei jede Reihe leicht weiter vorspringt als die vorherige. So entsteht eine abgestufte Form, die optisch harmonisch wirkt und Regenwasser gut ableitet. Vermeiden Sie zu große Vorsprünge pro Schicht – das könnte die Stabilität beeinträchtigen. Ein Gesamtvorsprung von 8–12 cm ist in der Regel ausreichend.
Schritt 4: Abschluss und Tropfkante
Die oberste Reihe kann flach oder mit leichter Neigung nach außen verlegt werden, damit Wasser abläuft. Eine kleine Rille (Tropfkante) an der Unterseite der äußersten Ziegelreihe verhindert, dass Wasser zurück an die Wand läuft.
Wer ein markanteres Erscheinungsbild wünscht, kann die Gesims mit einer Reihe stehender Ziegel (Köpfe) abschließen – das erfordert jedoch präzises Arbeiten und gute Abstützung.
Schritt 5: Fugen und Oberflächenfinish
Wenn der Mörtel leicht angezogen hat, werden die Fugen mit dem Fugbrett geglättet, um eine dichte und saubere Oberfläche zu erzielen. Bürsten Sie überschüssigen Mörtel ab und befeuchten Sie die Fläche leicht, falls es sehr warm ist – so trocknet der Mörtel nicht zu schnell aus.
Nach dem Aushärten kann die Gesims bei Bedarf mit einem geeigneten Imprägniermittel behandelt werden, um sie zusätzlich vor Feuchtigkeit zu schützen. Bei fachgerechter Ausführung ist das jedoch meist nicht nötig.
Pflege und Haltbarkeit
Eine korrekt ausgeführte Gesims aus normalen Ziegeln hält viele Jahrzehnte. Überprüfen Sie sie regelmäßig auf Risse oder lose Fugen, besonders nach Frostperioden. Kleinere Schäden lassen sich mit frischem Mörtel ausbessern; bei größeren Problemen sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.
Einfache Lösung mit großer Wirkung
Auch ohne Spezialsteine lässt sich eine Gesims herstellen, die sowohl funktional als auch ästhetisch überzeugt. Sie schützt das Mauerwerk, leitet Wasser zuverlässig ab und verleiht der Fassade ein klassisches, handwerkliches Erscheinungsbild.
Mit etwas Geduld, Genauigkeit und handwerklichem Geschick entsteht so ein Ergebnis, das lange Bestand hat – ganz ohne besondere Formsteine.










