Schützen Sie das Mauerwerk vor der Sonne – beugen Sie Austrocknung in heißen Perioden vor

Schützen Sie das Mauerwerk vor der Sonne – beugen Sie Austrocknung in heißen Perioden vor

Wenn der Sommer in Deutschland mit intensiver Sonne und hohen Temperaturen aufwartet, leiden nicht nur Menschen und Pflanzen unter der Hitze. Auch das Mauerwerk von Gebäuden ist den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Durch starke Sonneneinstrahlung und Trockenheit kann es zu Rissen, Abplatzungen und einer verringerten Haltbarkeit kommen – besonders bei Fassaden, die ohnehin Wind und Wetter ausgesetzt sind. Um die Bausubstanz langfristig zu erhalten, ist es wichtig, rechtzeitig geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Warum Sonne und Hitze das Mauerwerk belasten
Mauerwerk besteht in der Regel aus Ziegeln und Mörtel – Materialien, die auf Temperaturänderungen reagieren. Bei starker Sonneneinstrahlung dehnen sie sich aus, während sie sich in den kühleren Abendstunden wieder zusammenziehen. Diese ständigen Bewegungen können im Laufe der Zeit feine Risse verursachen, durch die Feuchtigkeit eindringen kann.
In besonders heißen und trockenen Phasen verliert der Mörtel zudem zu schnell Feuchtigkeit. Dadurch wird die Verbindung zwischen den Steinen geschwächt. Wenn eine Fassade auf der einen Seite stark besonnt und auf der anderen im Schatten liegt, entstehen zusätzliche Spannungen, die das Risiko von Schäden erhöhen.
Anzeichen für Austrocknung und Sonnenschäden
Ein regelmäßiger Blick auf das Mauerwerk lohnt sich – vor allem in den Sommermonaten. Typische Warnsignale sind:
- Feine Risse in den Fugen – häufig rund um Fenster und Türen, wo sich Bewegungen besonders stark auswirken.
- Abgeplatzter oder bröckelnder Mörtel – ein Hinweis darauf, dass das Bindemittel geschwächt ist.
- Farbveränderungen – ausgeblichene oder poröse Bereiche deuten auf intensive Sonneneinstrahlung hin.
- Abblätternde Farbe oder Putz – wenn sich Beschichtungen lösen, kann das auf eine zu starke Austrocknung des Untergrunds hinweisen.
Je früher solche Schäden erkannt werden, desto einfacher lassen sie sich beheben, bevor größere Sanierungen notwendig werden.
Vorbeugung: So schützen Sie Ihr Mauerwerk
Mit gezielter Pflege und einigen baulichen Maßnahmen lässt sich das Mauerwerk wirksam vor Austrocknung und Sonnenschäden schützen.
1. Fugen regelmäßig prüfen und instand halten
Die Fugen sind die empfindlichsten Stellen des Mauerwerks. Wenn der Mörtel porös oder bröckelig ist, sollte er entfernt und mit einem passenden Mörtel erneuert werden. Bei älteren Gebäuden empfiehlt sich eine weichere, kalkhaltige Mörtelart, um Spannungen zu vermeiden. Zu harter Zementmörtel kann bei historischen Fassaden mehr schaden als nützen.
2. Frische Reparaturen vor Sonne schützen
Wird Mauerwerk im Sommer ausgebessert, sollte das neue Material vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Eine leichte Abdeckung oder feuchte Tücher helfen, dass der Mörtel gleichmäßig und langsam aushärtet. Zu schnelles Austrocknen führt zu schwachen Fugen und schlechter Haftung.
3. Natürliche Beschattung schaffen
Pflanzen, Rankgitter, Markisen oder leichte Überdachungen können die Fassade in den heißesten Stunden beschatten. Das reduziert Temperaturschwankungen und beugt Spannungsrissen vor. Achten Sie jedoch darauf, dass Pflanzen nicht zu dicht an der Wand stehen, um Feuchtigkeitsstau und Algenbildung zu vermeiden.
4. Diffusionsoffene Beschichtungen verwenden
Eine atmungsaktive, mineralische Beschichtung – etwa Silikatfarbe oder Kalkputz – schützt das Mauerwerk vor UV-Strahlung, ohne die Feuchtigkeitsregulierung zu behindern. Dichte Kunststofffarben sollten vermieden werden, da sie die Wand „versiegeln“ und Feuchtigkeit einschließen können.
5. Dachrinnen und Sockel im Blick behalten
Auch wenn Sonne und Hitze die Hauptursachen für Austrocknung sind, spielt Wasser eine wichtige Rolle. Undichte Dachrinnen oder Fallrohre können Feuchtigkeit ins Mauerwerk leiten, die bei Sonneneinstrahlung schnell verdunstet und Materialspannungen erzeugt. Eine funktionierende Entwässerung und ein intakter Sockel sind daher essenziell.
Wenn bereits Schäden vorhanden sind
Bei größeren Rissen oder Abplatzungen sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden. Ein Maurer oder Bausachverständiger kann beurteilen, ob die Schäden durch Austrocknung, Bewegungen im Baukörper oder andere Ursachen entstanden sind. In manchen Fällen ist es notwendig, einzelne Steine auszutauschen oder Teilbereiche neu zu verfugen.
Eine thermografische Untersuchung kann zusätzlich Aufschluss darüber geben, welche Fassadenbereiche besonders stark erhitzt werden. So lassen sich gezielt Maßnahmen zur Beschattung oder Sanierung planen.
Langlebiges Mauerwerk durch richtige Pflege
Mauerwerk ist grundsätzlich robust, doch auch dieses Material braucht Aufmerksamkeit – insbesondere in Zeiten zunehmender Hitzewellen. Mit regelmäßiger Kontrolle, fachgerechter Instandhaltung und einfachen vorbeugenden Maßnahmen lässt sich die Lebensdauer einer Fassade deutlich verlängern.
Ein gut gepflegtes Mauerwerk ist nicht nur ein technischer Vorteil, sondern auch ein Beitrag zum Werterhalt und zur Schönheit Ihres Hauses – und damit eine Investition in die Zukunft Ihres Gebäudes.










